Sei nicht so hart zu Dir selbst!

Ja, das ist nicht gerade einfach sich das einzugestehen, dass man zu sich selber ziemlich hart ist und bei anderen ein Auge zudrückt.

 Leicht ist es zu anderen zusagen ach „Du bist doch so gut wie Du bist.“

Warum kann man es sich selber nicht auch eingestehen, dass man „Gut ist so wie man ist“?

Warum ich ausgerechnet dieses Thema genommen habe, das verrate ich Euch.

Am Dienstag habe ich „Sing meinen Song“, das Tauschkonzert geschaut. Ja, ich schaue mir solche Sendungen an, schon alleine zur Entspannung. Am Dienstag war Andreas Bourani Zuhörer seiner eigenen Lieder.

Yvonne Catterfeld hatte sich das Lied „Hey“ ausgesucht, es handelt von „Sei nicht so hart, zu Dir selbst“ ich habe den Text gehört und bekam Gänsehaut und hatte Pippi in den Augen, genau der Text passte auf mich.

Ich selber bin und war auch hart zu mir selber, ich wollte immer allen Gefallen und habe natürlich auch das gemacht, was andere von mir wollten, über viele Jahre. Und wenn ich dann keine Kraft mehr hatte oder es mir nicht so gut ging, habe ich mit mir selber geschimpft und gesagt „jetzt aber los, stell Dich nicht so an.“

” Du bist nicht gut genug”

Dazu kam noch das ich immer Gedacht habe „Du bist nicht gut genug“ immer dann wenn ich merkte andere machen dasselbe wie Du, aber sie machen es besser, warum bist Du nicht so gut?

Das habe ich über Jahre gemacht, ich habe jedem geholfen, habe eine Ausbildung oder Weiterbildung nach der anderen gemacht aber keine war richtig, es hat mir nie lange gefallen in dem was ich tue.

Ich fühlte mich einfach nicht wohl und dachte immer, ja Du bist halt nicht gut genug und deshalb klappt das mit dem Job nicht.

Also musste wieder was anderes gemacht werden, ich wollte es mir selber auch nicht eingestehen, sondern habe dann immer gesagt, „Du machst jetzt was anderes stellt Dich nicht so an.“

Dazu kam dann immer noch die Angst, wie willst Du jemals richtig Geld verdienen oder wie willst Du jemals das Dein Umfeld stolz auf Dich ist, wenn Du noch nicht einmal das simpelste schaffen tust.

Ich habe mich also selber an die Wand geschoben und fand keinen Ausweg.

 

 

Mein gesundheitlicher Untergang

Eines Tages ging es mir gesundheitlich nicht sehr gut, weil ich immer mehr und mehr im Hamsterrad war, in dem ich mich selber eingeschlossen hatte, ich hatte einen Burnout musste eine Reha beantragen und war 5 Wochen in einer psychosomatische Klinik. Dort ging es mir in den ersten Wochen überhaupt nicht gut, ich war in einem Loch, ich kam mir vor als ob ich ein „Versager“ bin, warum ausgerechnet passiert mir sowas, war ich wieder nicht gut genug. Bin ich überhaupt gut genug für die Menschheit?

Ich habe eine Weile gebraucht um mir klar zu werden, warum bist Du so zu Dir, warum kannst Du nicht liebevoller oder weicher mit Dir umgehen, mit anderen machst Du es doch auch.

Ich habe viele Gespräche mit meinen „Kollegen“ in der psychosomatischen Klinik geführt, ich hatte viel Zeit zum Denken, denn ich durfte nichts tun, ich hatte sehr, sehr wenig Anwendung, das war Taktik, die Ärzte wollten das ich runter fahre und mal über mich nachdenke und was ich verändern kann in meinem Leben.

Zu dieser Zeit wollte ich es aber nicht wahr haben, ich habe gedacht super, jetzt vertrauen Dir noch nicht einmal die Ärzte, jetzt lasse sie Dich auch noch schmoren, was machst Du? Warum verärgerst Du jeden? Warum wollten sie nicht das Du was machst? Und finden sie Dich auch nicht  „Gut genug“?

 

Nach zwei Wochen

Nach zweieinhalb Wochen wurde ein Gespräch mit allen Ärzten und Bezugsschwestern abgehalten, sie saßen alle am Tisch und ich musste vor den Tisch, alle schauten mich an und meinten, wie es mir geht, wie ich mich fühlte?

Ich war nicht sehr gut drauf, mir ging es nicht so gut, ich hatte langweile, durfte nicht arbeiten, ich war zu diesem Zeitpunkt schon selbstständig in der Unternehmensberatung und als Buchhalterin, meinen Laptop hatte ich dabei, es durfte nur niemand wissen, denn ich wollte nicht das ich meine Arbeit abgeben musste, denn es war nicht erlaubt.

Aber ich war so hart zu mir selber das ich Arbeiten musste. Also bin ich täglich an meinen Rechner und habe E-Mails gecheckt und diese beantwortet und wichtige Dinge erledigt.

Ich konnte es einfach nicht lassen. Was ja dann bei den zweieinhalb Wochen zu tragen kam. Die Ärzte sind ja nicht dumm, ein Arzt meinte was ich so mache, ich „nichts darf ja nichts machen“, ob ich denn spazieren gehe und mir die Blumen und Bäume anschaue, hä was will der von mir, warum soll ich mir die Blumen und Bäume anschauen, was soll daran so interessant sein?

Das war eine sehr gute Frage, die ich ihm aber falsch beantwortet habe, in meinen Augen aber richtig beantwortet wurden, ich habe ihm geantwortet, „nein ich sehe nichts Besonderes ” und außerdem zweieinhalb Wochen nur Bäume und Blumen anschauen wäre ja wohl nicht der Bringer.“

Daraufhin musste ich in eine Gruppe die „Achtsamkeitsübungen“ machte und in Sozialekompetenz was aber nichts mit der Sozialenkompetenz zu tun hatte gegenüber Menschen, sondern mir gegenüber, denn ich war nicht gerade liebevoll mit mir umgegangen oder sozial.

Ich hatte nur noch zweieinhalb Wochen Zeit, die Hälfte war ja schon rum. Eine Verlängerung habe ich von Anfang an abgelehnt.

 

In diesen zwei Wochen habe ich so viel über mich und meinen “ Ich bin ja so hart zu mir“ und „ich bin nicht gut genug“ gelernt, das ich nachgedacht habe, warum ist es so, warum bist Du so? Warum kannst Du nicht mal sagen ok, so ist es und das ist gut so?

Aufgrund verschiedener Umstände habe ich kein Idealgewicht und fühle mich auch mit diesem Gewicht nicht sehr wohl, gut ich hatte ein wenig abgenommen, nur das was ich abgenommen habe, kommt auch schnell oder mehr wieder drauf. Wobei auch ich da immer hart mit mir selber gewesen bin, heute habe ich zwar immer noch Probleme, aber ich denke nicht mehr das ich „nicht gut genug, bin“ sondern es ist so wie es ist. Ich kann es zwar ändern, was aber nicht leicht ist und alles mit der Zeit.

Mein Neuanfang

Ich habe in den fünf Wochen gelernt, nimm es so hin wie es ist.

Du hast es in der Hand aber nicht auf die „Harte Tour“ auch wenn man fällt, fällt man weich und kommt wieder auf die Füße.

Mit der „Sei hart zu Dir selber“ Tour tust Du Dir nur weh und das schmerzt, weiter kommst Du damit auch nicht.

Ich habe in der Reha rausgefunden, was ich wirklich möchte, habe dann eine Ausbildung gemacht die mir Freude und Spaß bringt, ich anderen auf Ihren Weg helfen kann und ein guter Begleiter bin und helfe Steine aus dem Weg zu räumen.

Heute habe ich zwar immer noch ab und an den Gedanken „ich bin nicht gut genug“ oder ich bin auch ab und an „Hart zu mir selber“ das muss ich aber auch sein um mich wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Wann immer Du denkst „Ich bin nicht gut genug“ oder ich muss „Hart zu mir selber sein“ dann gehe in Dich lass Dein Herz und Dein Bauch sprechen und frag Dich, was andere über Dich denken und überdenke Deine Gedanken. Es gibt sehr schöne Übungen, die ich Dir nächste Woche erkläre.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche und denk daran, sei nicht so hart zu Dir selber und genieße die Zeit mit Dir und lache jeden Morgen Dein Spiegelbild an. Denn jeder Tag ist ein guter Tag.

Alles ist Gut!